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Elsa Stubbé: „Les extraterrestres ont mangé mon jardin”

Finalist 2018: Elsa Stubbé

Die Motive der Serie erklären sich nicht, vielmehr sind es rätselhafte Naturstudien, die auf verschiedenen Reisen der Fotografin in Europa und Kanada in Naturreservaten oder auch in Zoos und botanischen Gärten entstanden sind. Losgelöst von den ursprünglichen Kontexten verzaubern sie den Betrachter, nehmen ihn mit auf eine poetische Reise, in einen ganz speziellen Kosmos der Imagination.

War es schwer, eine Auswahl aus dem noch nicht abgeschlossenen Projekt für die LOBA-Bewerbung zu finden?

Ja, ziemlich.

„Ich wählte Bilder aus, die mir Geschichten erzählten, einzeln und gemeinsam, als ob sie mich in eine andere Welt zwischen Realität und Fiktion entführten.“

Können Sie uns den Titel der Serie „Les extraterrestres ont mangé mon jardin“ (Die Außerirdischen haben meinen Garten gegessen) näher erklären?

Es ist ein Hinweis – mit einem Augenzwinkern – auf unsere abendländische Faszination für Science-Fiction, meist apokalyptische und post-apokalyptische Science-Fiction, und auf die Art und Weise, wie wir Natur und vor allem Wildheit aus einer veralteten romantischen Perspektive betrachten. Ich frage mich, ob unsere aktuelle Krise in Bezug auf Natur und Umwelt nicht mit einer Krise unserer Vorstellungskraft zusammenhängt.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Für mich besteht der erste Schritt vielleicht darin, unsere Beziehung zur Natur zu überdenken. Um die Natur zu bewahren, sind neue Geschichten zu finden, die Mensch und Natur nicht als Gegensätze verstehen und sie differenzierter betrachten, so wie es uns die Wissenschaft über das Anthropozän nahelegt. In unserer Vorstellung ist die Apokalypse überall und wird als ein Ende betrachtet, nicht mehr als eine Erneuerung in Bezug auf die ursprüngliche Bedeutung. Wir brauchen neue Denkweisen.

Elsa Stubbé

Die 1991 in Lüttich geborene Fotografin schloss 2015 ihr Fotografiestudium an der La Haute Ecole Libre de Bruxelles Ilya Prigogine ab und erwarb 2017 einen Master in Verlagspraxis an der Académie Royale des Beaux-Arts de Bruxelles – École Supérieure des Arts. Im Selbstverlag hat sie bisher drei größere Projekte veröffentlicht: „Rapid Eye Movement“ (2016), „Astronomie du sous-bois“ (in Zusammenarbeit mit Victor Coupaud, 2017) und „Les extraterrestres ont mangé mon jardin“ (2017). Die Serien wurden unter anderem in Lüttich, Brüssel, Antwerpen, Punta Secca und Paris gezeigt. Stubbé lebt in Lüttich und Brüssel. 

Porträt: © Cecile Marit