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Behind the Scenes: the 2026 Jury

Behind the Scenes: die LOBA-Jury 2026

Im Mai traf sich die diesjährige LOBA-Jury im Ernst Leitz Museum in Wetzlar, um aus der Fülle der Bewerbungen über die aktuelle Shortlist mit den beiden Gewinnerinnen oder Gewinnern des LOBA 2026 zu entscheiden. Die Bildauswahl zeigt Momentaufnahmen des Treffens.

Es bleibt spannend: noch bis zum Oktober, denn dann werden die beiden Siegerserien bekannt gegeben. Ebenso wie die Gewinnerin des erstmals vergebenen LOBA Women Grants. Vorab werden alle Serien auf der LOBA-Website präsentiert. In den kommenden Sommermonaten wird wöchentlich jeweils eine Serie durch Texte und Bildlegenden näher vorgestellt. Die Bekanntgabe und die feierliche Verleihung der Preise an die Gewinnerinnen oder Gewinner beider Kategorien sowie des LOBA Women Grants erfolgt schließlich im Oktober 2026 in Wetzlar.

Zur Shortlist 2026

Bereits vor der Jurysitzung hatten in diesem Jahr in dem aufwendigen Bewerbungsprozedere wieder mehr als 130 Fotografieexpertinnen und -experten aus rund 50 Ländern mit persönlicher Erfahrung und Expertise ihre Vorschläge eingereicht. Auch der 46. LOBA-Jahrgang zeichnet sich durch Vielfalt und hohe Qualität aus. Aus dem reichen Bewerberfeld konnte die Jury ihre Favoriten auswählen. Diesmal gehörten der Jury an: Gu Zheng, Professor an der Fudan University School of Journalism, Shanghai (China); Jane’a Johnson, Kuratorin und Wissenschaftlerin, kuratorische Assistentin, Museum of Modern Art (MoMA), New York (USA); Celina Lunsford, Künstlerische Leiterin und Kuratorin des FFF, Fotografie Forum Frankfurt (Deutschland); Paolo Pellegrin, Fotograf (Italien); und Karin Rehn-Kaufmann, Art Director und Generalbevollmächtigte der Leica Galerien International, Österreich.

Zur Jury

„Es ist etwas ganz Besonderes, dass der LOBA keine Einreichungen von freiberuflichen Fotografen selbst akzeptiert. Die am LOBA teilnehmenden Fotografen werden von Fachleuten aus der ganzen Welt empfohlen“, stellt Gu Zheng das Besondere am LOBA-Verfahren heraus. Als Einziger konnte er nicht persönlich an dem Treffen in Wetzlar teilnehmen.

Bei der Jurysitzung entstanden – nicht zuletzt durch die unterschiedlichen kulturellen und professionellen Hintergründe der Mitglieder „intensive Diskussionen, und genau darin liegt die Stärke des Prozesses“, sagt Karin Rehn-Kaufmann.

Es waren „faszinierende Gespräche – über die Integrität der Fotografen, ihre Geschichten und natürlich ihre bildlichen Ergebnisse“, berichtet Celina Lunsford. „Es hat mir Spaß gemacht, meine Mitjuroren kennenzulernen und zu erfahren, was jeder von uns in dieses Fachgebiet einbringt. Die Qualität der Arbeiten war hoch, ebenso wie unsere Erwartungen. Wir wählten die besten Bildgestalter aus und schätzen die Art und Weise, wie sie sich ihrem Thema genähert haben. Es gab nicht so sehr Kontroversen, sondern vielmehr anregende Diskussionen über die Favoriten.

Auch Jane’a Johnson teilt diese Erfahrungen: „Die Diskussionen waren lebhaft, respektvoll und tiefgründig. Jeder von uns brachte seine eigene, einzigartige Perspektive ein. Es herrschte eine sehr kollegiale Atmosphäre, und am Ende waren wir wirklich miteinander verbunden. Der LOBA war schon immer sehr international, was die eingereichten Bilder angeht, aber ich denke, die weitere Entwicklung, die wir beobachten, besteht darin, dass immer mehr Fotografen von außerhalb Europas teilnehmen. Das ist fantastisch, und ich freue mich darauf, dass die Zahl der Einsendungen von außerhalb Europas weiter wächst.“

Mit Blick auf den aktuellen Jahrgang berichtet Rehn-Kaufmann: „Mich hat wie so oft die große thematische Bandbreite beeindruckt. Gleichzeitig fiel mir auf, wie persönlich und nah viele Geschichten erzählt wurden. Auch die Bildsprachen waren sehr unterschiedlich: von klassisch- dokumentarischen Ansätzen bis hin zu poetischen, experimentellen Erzählweisen. Die diesjährige Auswahl wirkte auf mich besonders vielschichtig und differenziert. Es ging weniger um den schnellen visuellen Effekt, sondern stärker um langfristige Auseinandersetzungen und die Tiefe der fotografischen Recherche.“ Rehn-Kaufmann betont die besondere Atmosphäre der Jurysitzung: „Ich erinnere mich besonders an die Momente, in denen während der Diskussion plötzlich Einigkeit entstand. Wenn eine Arbeit die gesamte Jury berührt und überzeugt, spürt man sofort, dass sie etwas Besonderes besitzt. Ebenso eindrucksvoll ist für mich jedes Jahr die Verantwortung, die mit dieser Aufgabe verbunden ist. Hinter jeder Serie stehen oft Jahre intensiver Arbeit, persönliche Begegnungen und großes Engagement der Fotografinnen und Fotografen.“

„Die Bedeutung dieses Preises kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden“, betont Jane’a Johnson. „Er ist ein echter finanzieller Segen für Fotografen, verschafft Zugang zu hochwertiger Ausrüstung und stellt eine Verbindung zum Erbe einiger der bedeutendsten Fotografen her, die jemals eine Kamera in die Hand genommen haben.“

„Wann immer ich auf einem Fotofestival bin oder Recherchen betreibe: die führenden Fotografen kennen diesen Preis“, sagt Celina Lunsford und ergänzt: „Heute ist auch die Shortlist zudem eine hervorragende Übersicht für Kuratoren, Festivalleiter und Redakteure.“